Mit dem Taunusklub Limburg durch die Lahn-Weinberge

Das Rathaus von Weinähr
Das Rathaus von Weinähr

Der Herbst kommt mit Riesenschritten, die heißen Sommertage sind vorbei. Grund genug für die Limburger Tauniden, zu einem Sonntagsspaziergang in die Obernhöfer Weinberge aufzubrechen.

Um die Mittagszeit trafen sich an einem sonnigen und perfekten Septembersonntag rund 30 Mitglieder und Freunde des Taunusklub Limburg am Bahnhof, um von dort  auf der Lahntalstrecke mit dem Zug nach Obernhof zu fahren.

Schon die Anreise war ein Erlebnis, gehört doch die Lahntal-Eisenbahnstrecke mit zu den landschaftlich schönsten Zugfahrten in Deutschland.

Vom Bahnhof in Obernhof ging es über die Lahnbrücke und kurz durch den kleinen Ort, vorbei an der evangelischen Kirche. Beim Anblick der saftigen Trauben an den alten Fachwerkhäuser tauchte schon die Frage auf: “Mundraub oder Diebstahl?”

Durch die Obernhöfer Weinberge ging es auf dem Halfterweg teilweise steil bergauf. Bewundernd sprachen die Wanderer über die schwere Arbeit der Lahn-Winzer, die größtenteils im Nebenerwerb die Steillagen bewirtschaften und dabei einen guten weißen oder roten Lahnwein produzieren.  Doch dazu kommen wir später noch einmal.

Der Halfterweg übrigens diente den Treidelknechten in früherer Zeit lahnabwärts als Abkürzung. Die Schiffe wurden vom Rhein bei Lahnstein bis hinauf nach Weilburg getreidelt, das heißt gezogen. Natürlich nicht nur mit menschlicher, sondern in erster Linie mit Pferdestärken. Von Weilburg mussten Treidelknechte und Pferde wieder zum Ausgangsort zurück – und dazu benutzten sie eine möglichst direkte Verbindung. Dies wurde im Laufe der Zeit der Halfterweg auf den Lahnhöhen. Zum Wanderweg ausgebaut wurde der Halfterweg in den letzten Jahren ab Diez lahnabwärts.

Für einige Tauniden ging es hoch bis zum Goethepunkt, der eine atemberaubende Aussicht in das Lahn- und das Gelbachtal bietet. Ob Goethe allerdings tatsächlich hier gestanden hat? Zu wünschen wäre es ihm gewesen. Machte er sich doch, unglücklich in seine Lotte verliebt, bei Nacht und Nebel in Wetzlar auf, um lahnabwärts seinen Liebeskummer zu vergessen. Hier oben, von dem Aussichtspunkt, bietet sich ein wundervoller Blick auf Obernhof, das Kloster Arnstein und auf Weinähr. Eine Aussicht, die Sie nicht versäumen sollten.

Noch eine Besonderheit beginnt hier auf der Höhe: Der Lahnsteig, ein kurzes Wegstück auf dem neuen Lahnwanderweg, der den direkten Weg über Felsen und Steine nach Obernhof nimmt. Gesichert mit Stahlseilen und an besonders schwierigen Stellen mit Stahlkrampen, die im Fels eingelassen wurden, kann der trittsichere Wanderer etwa 1,5 Kilometer das Gefühl des Bergwanderns erleben.

Am Goethepunkt erreichten die Ausflügler des Taunusklub Limburg den höchsten Punkt, von dort ging es stetig bergab in Gelbachtal nach Weinähr. Der Ort wurde schon im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt, vermutlich stand die Ortsgründung im Zusammenhang mit den guten Weinlagen. Später gab es im Gelbachtal fünf wassergetriebene Mühlen.

Der Chor der katholischen Trinitatis-Kirche stammt noch aus der Frühgotik, das Kirchenschiff ist 1428 datiert. Bei dem wunderschönen Fachwerkrathaus handelt es sich um einen spätgotischen Bau. Aber auch sonst lädt der kleine Ort mit seinen malerischen alten Gassen zum Bummeln ein.

Der Taunusklub hatte sich zur Einkehr mitten im Ort angemeldet. Hier wurde den Tauniden serviert, was das Herz begehrt. Leider zeigte sich die Restauration trotz Anmeldung von rund 30 Personen überfordert. Schade, so mancher Schoppen wurde so nicht getrunken.

Wegen einer Wegsperrung in Höhe Langenau ging es am späten Nachmittag für die Limburger wieder über den Berg zurück zum Bahnhof. Ein schöner, spätsommerlicher Sonntag fand mit ruhigen Minuten an der Lahn einen besinnlichen Abschluss.

 

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